Nach Protesten: Einladung vom Bundesverkehrsministerium über die GSHW an alle Vertreter*innen der Traditionsschifffahrt noch im Mai 2017

Berlin. Nach der erfolgreichen und medienwirksamen Protestaktion zahlreicher Traditionsschiffcrews gegen die neue Schiffsicherheitsverordnung blickt die Traditionsschifffahrtsszene am Montag gespannt nach Berlin: Dort findet am Nachmittag ein erstes Gespräch zwischen dem Bundesverkehrsministerium und den Vertretern des deutschen Dachverbandes für Traditionsschiffe (GSHW) auf einem bereits vorher vereinbartem Termin des 1. Vorsitzenden der GSHW, Jan-Matthias Westermann, statt. An diesem Termin wird er mit Nikolaus Kern als Vorstand des Dachverbandes die weitere Vorgehensweise erörtern.

Zuletzt hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) einen Beteiligungsprozess zwischen Verkehrsministerium und Schiffen zugesichert. Es geht darum, eine Regelung zu finden, die ausreichend Sicherheit garantiert, für die Schiffe umsetzbar ist und den Erhalt der großenteils ehrenamtlichen Traditionsschifffahrt gewährleistet.

„Wir haben die Erwartung, dass das Gespräch den Auftakt für einen konstruktiven und transparenten Prozess bildet. Wir freuen uns, dass auch unsere fachliche Expertise jetzt einbezogen wird. Die Bereitschaft der Schiffe sich einzubringen, ist groß. Es geht darum, auch zukünftig für viele Menschen maritime Vielfalt und schwimmende Freiräume erlebbar zu machen“ sagt Annika Härtel von der Lovis.

Im Anschluss an dieses Gespräch stehen Ihnen Jan-Matthias Westermann, Nikolaus Kern vom Vorstand der GSHW für Informationen zu dem Gespräch zur Verfügung.

[Hintergrundinfos] 2013 war der Konflikt um die Zukunft der Traditionsschiffe schon einmal hochgekocht und heftig in der Öffentlichkeit diskutiert worden. Nachdem das Ziel, die Zukunft der Traditionsschifffahrt sicherzustellen, Eingang in die Koalitionsvereinbarungen gefunden hat, schien alles auf einem guten Weg. Offenbar ein Trugschluss: Der neue Entwurf lässt bei den Betreiber*innen der Schiffe alle Alarmglocken läuten. Das sehen auch das Bundesfamilien- und Bundeswirtschaftsministerium so, die beim Verkehrsministerium ihre Bedenken angemeldet haben. Und: Die Parlamente der Küstenbundesländer, der Hansestadt Greifswald und auch der Bundesrat haben das Verkehrsministerium bereits dazu aufgefordert, den fehlenden Dialog mit den Schiffen nachzuholen. Jetzt endlich mit Erfolg. Ein großer Kritikpunkt an der Verordnung: Sie orientiert sich sowohl bei technischen als auch bei Besatzungsfragen, an Standards der Berufsschifffahrt. Und die sind für die weitestgehend ehrenamtlich betriebenen Schiffe mit historischer Bausubstanz in der Summe nicht umsetzbar. Wenn das Ministerium jetzt nicht auf eine echte Beteiligung der Betroffenen setzt, ist der Verlust eines wertvollen Kulturguts das Ergebnis.